19. November 2017

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Eine Kreuzfahrt mit dem Segelschulschiff „Greif“ auf der Ostsee

die Greif im Hafen von Lauterbach vor Putbus auf Rügen (Segeltörn auf der Greif von Greifswald nach Kopenhagen) © Foto: Knut Hildebrandt, 2014

Greifswald, Deutschland (Salon Philosophique). Ein außergewöhnliches Erlebnis ist ein Segeltörn mit dem Segelschulschiff Greif, dem ehemaligen Ausbildungsschiff der DDR für die Hochseeschifffahrt, damals unter dem Namen „Wilhelm Pieck“ das bereits 1951 in Dienst gestellt wurde. Seit 1990 gehört das Schiff der Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Den Namen „Greif“ trägt die Schonerbrigg seit 1991. Das Stahlschiff hat eine Segelfläche von 570 m², verteilt auf 5 Rahsegel und 10 Schratsegel. Unter optimalen Bedingungen erreicht der Segler eine Geschwindigkeit von bis zu 14 Knoten.

Wir, eine bunt gemischte Gruppe von Freunden und Journalisten, haben uns für eine Seereise von Greifswald in die dänische Hauptstadt nach Kopenhagen entschieden. Nach unserer Ankunft an Bord der „Greif“ wurden wir der Steuerbord oder Backbord Crew zugeteilt. Als erste Aktion beziehen wir die uns zugeteilten Kojen, danach werden wir mit den Aufgaben und Regeln an Bord vertraut gemacht. Die gesamte Crew besteht aus 10 Mann Stammbesatzung, 10 Mann Hand-für-Koje-Seglern und 20 Männer und Frauen als Mitsegler.

Das enge Zusammenleben an Bord erfordert Regeln für einen gelungenen Tagesablauf und die perfekten Segelmanöver. Bevor es heißt Leinen los, werden nochmals die allgemeinen Bordregeln und der Wachdienst vom Kapitän der gesamten Mannschaft erklärt. Danach kann jeder seine eingeteilten Aufgaben einem Stunden-Plan entnehmen. Zu den grundlegenden Aufgaben gehört es, jeweils eine Stunde als Rudergänger (Steuermann) nach dem Kompass, als Ausguck auf der Back verantwortlich für Gefahr-Meldungen an die Brücke und das halbstündige Glasen. Weitere Stunden-Aufgaben sind die Ankerwache und die Backschaft (Küchendienst an Bord).

Kurz vor Verlassen des Hafens klettern die Ersten Freiwilligen in die Takelage. Danach erfolgt eine Sicherheits-Einweisung. Von der Schwimmweste, dem Überlebensanzug bis zu den Rettungsinseln wird alles genau erklärt.

Danach werden die Segel gesetzt und der Motor abgestellt. Mit Windkraft geht es entlang der Insel Rügen geradewegs in Richtung Kopenhagen. Kurz nachdem wir Kap Arkona (im Nord/Osten Rügens) passiert haben geht die Sonne unter und das Meer und der Wind bauen sich auf. Für die Nacht ist eine Windstärke von 8 in Böen 9 angekündigt. Wohl dem der seine Tabletten gegen Seekrankheit in der Tasche hat. In wenigen Stunden entsteht ein Bedarf der jeden Apotheker zum Strahlen bringen würde.
Genau im Zeitplan kurz nach dem Frühstück erreichen wir die Öresund-Brücke, die Dänemark mit Schweden verbindet. Kurz vor der Brücke fahren wir in Kopenhagens Stadt-Hafen vorbei an der kleinen Meerjungfrau direkt vors Schloss Amalienborg. Alle Segel und das ganze Schiff werden optisch auf Hochglanz gebracht bevor wir an Land gehen können. Von hier aus sind alle Highlights der Stadt zu Fuß zu erreichen. Den Abend lassen wir bei einem Bier in der Hippie-Kolonie „Freistaat „ Cristiana ausklingen.

Am nächsten Morgen verlassen wir bei schönstem Wetter Kopenhagen in Richtung Rügen. Wieder bringt uns die Windkraft an unser Ziel. Vor den Königstuhl (Kreidefels auf Rügen) gehen wir am Abend bei schönstem Sonnenuntergang vor Anker.

Noch vor dem Frühstück setzten wir die Fahrt nach Lauterbach auf Rügen fort. Entlang der Ostküste Rügens vorbei an der Insel Vilm erreichen wir gegen Abend den Hafen von Lauterbach. Nachdem der Zoll unser Schiff kontrolliert hat, verlassen wir auf einen Drink das Schiff. Nach Stunden auf bewegter See ist es angenehm festen Boden unter den Füßen zu spüren.

Nach dem Frühstück lassen wir den Hafen Lauterbach hinter uns weiter geht’s in Richtung Greifswald. Über den Bodden direkt unter Segel Richtung Heimat. Pünktlich um 11:00 Uhr erreichen wir im Heimat-Hafen Greifswald den Liegeplatz der „Greif“.
Mit ein bisschen Wehmut und vielen Erfahrungen reicher gehen wir von Bord.

Ein nachhaltiges Erlebnis wie eine Crew aus 40 verschiedenen Charakteren als Team nahezu perfekt funktioniert hat. Auch ein Erfolg der Stammcrew um Kapitän Wolfgang Fusch.

Einzelpersonen oder Gruppen melden sich direkt bei der Universitäts- und Hansestadt Greifswald.

Mehr Info unter: www.sssgreif.de

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