18. November 2017

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Und wenn die Welt schläft, wachen die Wildpferde

Ein auffälliger Hengst, der als Fohlen von den Wölfen angegriffen und fast getötet wurde. © Maksida Vogt

Der Beitrag mit Fotoreportage von Maksida Vogt ist erschienen bei Weltexpress am 10. 1. 2017.

Berlin, Deutschland (Salon Philosophique) Maksida Vogt besucht die Wildpferde bei Livno in Bosnien. Diese Wildpferde haben sich aus Arbeitspferden entwickelt, die die Bauern freigelassen haben. Sie überleben seit 60 Jahren ganz alleine und die Natur zeigt uns, dass sie uns überhaupt nicht brauchen. Es ist sehr empfehlenswert diese Pferde zu besuchen um verstehen zu können, wie unnatürlich domestizierte Pferde gehalten werden. Diese Pferde sind lebendig und sie strotzen vor Gesundheit und Vitalität. In ihre Nähe zu sein bedeutet pure Freiheit, Natur und Heilung zu spüren.

Wildpferde in den frühen Morgenstunden. © Maksida Vogt

Wildpferde in den frühen Morgenstunden. © Maksida Vogt

Jedes Mal wenn ich zu den Wildpferden fahre, erwache ich innerlich. Eine tiefe Sehnsucht treibt mich zu ihnen – Freiheit spüren, Stärke fühlen. Nirgends sonst spürt man eine solche innere Ruhe, eine solche Lebendigkeit und Wahrhaftigkeit, einen solchen Frieden.

Hengst und seine Stute beim friedlichen morgendlichen Grasen. © Maksida Vogt

Hengst und seine Stute beim friedlichen morgendlichen Grasen. © Maksida Vogt

Eine der größeren Familien, jeder kennt seine Aufgabe und sein Platz. © Maksida Vogt

Eine der größeren Familien, jeder kennt seine Aufgabe und seinen Platz. © Maksida Vogt

Die Augen durchsuchen das Gelände, jeden Moment könnte man sie erblicken. Manchmal muss man länger fahren, bis man die Herde findet, aber das verstärkt nur das Gefühl für die Weite, die die Wildpferde für sich beanspruchen. Ihre innerliche Freiheit, das Gefühl nach dem wir uns so verzehren, wenn wir Pferde sehen, und einmal erlebt, immer wieder erleben wollen, ruht auf dieser Weite, die sie zum leben brauchen. Innerliche Freiheit spiegelt sich im Außen, das Außen beeinflusst das innerliche Empfinden.

Und plötzlich sieht man sie und man hält den Atem an.

Ein Leithengst prüft die Situation um seine Familie herum. © Maksida Vogt

Ein Leithengst prüft die Situation um seine Familie herum. © Maksida Vogt

Ein stattlicher junger Hengst, der auf der Hut ist. © Maksida Vogt

Ein stattlicher junger Hengst, der auf der Hut ist. © Maksida Vogt

 

Nichts ist mit dem Gefühl vergleichbar, unter den Wildpferden zu sein. Ihre Sanftmütigkeit gepaart mit dieser unglaublichen Präsenz, diese Ruhe gepaart mit der puren Muskelkraft fasziniert zutiefst. Stundenlang kann man ihnen zuschauen und es wird nie langweilig. In den frühen Morgenstunden, wenn die Welt noch schläft, wachen die Wildpferde.

Ein kampferprobter Hengst, der darum kämpft ein Leithengst zu werden. © Maksida Vogt

Ein kampferprobter Hengst, der darum kämpft ein Leithengst zu werden.© Maksida Vogt

Wilde Schönheiten, wahre Schätze dieser Erde. © Maksida Vogt

Wilde Schönheiten, wahre Schätze dieser Erde. © Maksida Vogt

Eine neugierige und zutrauliche Stute. © Maksida Vogt

Eine neugierige und zutrauliche Stute. © Maksida Vogt

Diesmal fahren wir ganz früh, es ist noch dunkel. In den Bergen herrscht vollkommene Stille. Wir halten immer wieder an, schalten die Motoren aus, um Pferde ausfindig zu machen. Wo sind sie? Und plötzlich tauchen sie aus der Dunkelheit auf. Sofort werden wir von der Ruhe der Herde umarmt, ein Gefühl der Geborgenheit breitet sich aus. Die Welt ist in Ordnung hier oben, alles ist in seinem Platz.

Wir sehen die Silhouetten der Pferde in der Dunkelheit, hören sanftes Prusten, spüren ihre Gegenwart auch wenn wir in der Dunkelheit nur begrenzt sehen können. Und dann geht die Sonne langsam auf und färbt den Himmel in wunderschönen Farben. Die ganze Landschaft wird in ein sanftes Licht getaucht. Ganz automatisch greift man zur Kamera, man will jeden dieser kostbaren Momente festhalten. Man möchte sie auf den Fotos sichtbar machen, dieses Gefühl für immer bewahren. Die Welt der Wildpferde in den frühen Morgenstunden.

Die Fohlen sind immer in der Nähe ihrer Familien und entfernen sich selten von ihnen. © Maksida Vogt

Die Fohlen sind immer in der Nähe ihrer Familien und entfernen sich selten von ihnen.© Maksida Vogt

Friedfertigkeit der Pferde wird unterstrichen durch die schönsten Farben des Morgenhimmels. © Maksida Vogt

Friedfertigkeit der Pferde wird unterstrichen durch die schönsten Farben des Morgenhimmels. © Maksida Vogt

Zwei Junghengste beschnuppern sich um den Rang zu klären. © Maksida Vogt

Zwei Junghengste beschnuppern sich um den Rang zu klären. © Maksida Vogt

Wildpferdeworkshops in Bosnien werden organisiert von Maksida Vogt – Pferdefachbuchautorin und Inhaberin eines Academia Liberti Pferderehabilitatinoszentrums.

Hier haben Sie die Übersicht aller aktuellen Wildpferdeworkshop-Termine:

 

http://www.academialiberti.de/de/workshops/47-workshop-wildpferde-m

 

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