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Die Bibel, das Buch der Bücher – eine Allegorie der traumatisierten Familie und der Erlösungsmythos durch Jesus Christus

Eine Bibel und drei Kreuze. Quelle: Pixabay, Foto: congerdesign

Frankfurt am Main, Deutschland (Salon Philosophique). In diesem Artikel möchte ich darstellen, inwieweit die Bibel als Allegorie in unserer christlichen Kultur ein zentrales in Geschichten erzähltes Buch für die Psychotraumatisierung über Generationen hinweg ist und das der Erlösungsmythos zum Schutz, Trost und zur Hoffnung dazu gehört. In anderen Kulturen haben Traumatisierte etwa inhaltlich ähnliche Mythen, das heißt das praktisch alle Kulturen durch Kriege, Gewalterfahrungen und (Umwelt)-Katastrophen geprägt sind, bis auf die, die noch heute in einem paradiesischem Zustand leben.

In der Genesis, der biblischen Schöpfungsgeschichte, brachte Gott Licht in das Dunkel der Welt. Das Dunkel der Welt stellt das Trauma dar, das wegen der Verleugnung nicht bekannt ist, das Böse, personalisiert durch den Teufel, und der das Leben den Menschen zur Hölle macht. Gleichzeitig wird in dieser Erzählung das Leben als paradiesischer Zustand geschildert, dem Paradies. Adam und Eva, aus denen die Menschheit hervor ging, lebten im Paradies, das durch das Trauma völlig getrübt ist. Es stellt sich als Gegensatz dar, Paradies und Hölle. Das Trauma fährt sozusagen wie ein Keil dazwischen und spaltet die Zusammenhänge des Sowohl als Auch in entweder – oder, gut und böse, Paradies und Hölle, Gott und der Teufel, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit.

Um das Paradies wieder herzustellen und die Hölle zu überwinden, erhebt Gott aus dieser Traumatisierung heraus und zur Verhinderungsstrategie und Reaktionsbildung auf das früher und nicht bekannte, dunkle Geschehene allgegenwärtige Verbote und Gebote. Eva darf unter keinen Umständen etwa den Paradiesapfel essen, das ist des Teufels. Durch das Böse wird der paradiesische Zustand ins Gegenteil verkehrt. So werden etwa harmlose und allgegenwärtige Dinge wie „Apfelessen“ durch die Bedeutung „vom Baume der Erkenntnis“ und der „frevelhaften Gottgleichheit“ hochstilisiert und zu frevelhaften, teuflischenVerbrechen erklärt, die über Generationen hinweg zur Erbsünde führen und die Hoffnungslosigkeit vermittelt. Der Apfel stellt ein erotisches Symbol dar, der Sexualität, und wird durch diese Erotik zu einer Sexualitätsfeindlichkeit und Körperfeindlichkeit, die in allen fundamentalistischen Religionen verteufelt wird. Dies zeigt, wie überhaupt alles Alltagsgegenständliche und sogar der eigenen Körper sexualisiert und damit verteufelt wird.

Gleichzeitig ist es eine urmenschliche Eigenschaft, in den Genen verankert, daß der Mensch zur Erhaltung von Selbstbestimmung und Freiheit dagegen verstoßen muß. Er erlebt das in seinem persönlichen Gerechtigkeitsempfinden als ungerecht. Gleichheit und Gerechtigkeit, der persönliche Vergleich mit früheren Generationen und der jetzigen Generation sind ebenfalls in den Menschheitsgenen verankert. Der Widerstand, das Dagegenhalten und Trotz werden geradezu provoziert, wobei der Trotz ein Versuch zur Erhaltung der Selbstbestimmung ist, ein Versuch, der mit einem Bein bei den Eltern und mit dem anderen Bein bei sich selber steht. Deswegen birgt der Trotz in sich die Selbstbestrafung.

Das ist eine Methapher dafür, daß das Kind von traumatisierten Eltern auf keinen Fall ihnen widersprechen und keine eigene Meinung haben darf, z. B. daß die eigene Sexualität und der eigene Körper etwas Gutes und Freud- und Lustvolles sind. Überhaupt ist sämtliche Lust verpönt, da das frühere, häufig unbekannte Unglück wie (Kriegs)-Vergewaltigungen und sexueller Mißbrauch, entsprechend der tradierten Erfahrungen der Eltern, um jeden Preis verhindert werden muß. Die internalisierten, bösen Erfahrungen werden externalisiert, nach außen gebracht, projiziert, um sich selbst rein zu waschen. Die anderen und der Teufel sind schuld. Der Teufel ist also eine Projektion böser innerer Erfahrungen in früheren Generationen, also des eigenen Selbst. Ich bin sozusagen der Teufel.

All das findet auf der Ebene der Mechanismen, Automatismen, Reflexen und Selbstverständlichkeiten und nicht auf der Ebene des Verstandes oder der Einsicht statt, es versteht sich automatisch von selbst, ist meist unbewußt und unreflektiert. Dadurch geht das Reflexionsvermögen verloren, die Errungenschaft des Menschen, das ihn von den Tieren unterscheidet. So sind auch die Vorerfahrungen nicht human, dem Menschen entsprechend, sondern tierisch, „friß‘ oder du wirst gefressen und stirbst“, Leben oder Tod. Durch die Automatismen geht der Abstand und die Übersicht verloren, die meistens in der 3. Person verkörpert werden. Sie sind der eigentliche Teufel.

Meist geht es im Alltag um Schuld, Schande, Scham, Verletzung, den anderen nicht zu verletzen, Verurteilung, wenn das Kind sich in Gefahr begibt, in den Augen und der Bewertung der Eltern, die oft aufgrund früherer unbewußter Erfahrungen und in jetzigen Realitäten völlig übertrieben sind, und die dann auch die Augen und Bewertungen des Kindes werden, also verinnerlicht werden. So sieht sich das Kind selbst als Schuldiger oder Verletzender und sieht nicht mehr den anderen als Urheber der Verletzung, der sich laut seiner Auffassung, die in seiner Vorgeschichte liegt, die Verletzung selber zufügt. Manche Menschen fassen alles als verletzend auf.

Dazu möchte ich die tragische Geschichte eines meiner Patienten erzählen: Er war Sohn eines 25 jährigen Lehrers und seiner 17 jährigen Schülerin. Dieser Umstand galt in den Augen der Eltern und des Umfeldes als Schande, wie es oft so ist, die unter allen Umständen und im Angesicht anderer verhindert werden mußte. Dazu mußte das Kind lieb, brav, folgsam, leise und unauffällig sein, um die Herkunft des Kindes ungeschehen zu machen und dem Umfeld zu zeigen, daß er trotz allem gut geraten ist und die Eltern gute Eltern waren. Wenn er mal aufmüpfig und laut war, bekam die Mutter sofort schmerzhafte Augen. Die Schmerzen waren ihr deutlich anzusehen, und der Sohn fühlte sich an ihren Schmerzen schuldig. Der Vater sagte zu seinem Sohn „reiß‘ dich zusammen!“ Dazu möchte ich anmerken, daß es die Natur des Menschen ist, selbstbestimmt und freiheitsliebend zu sein. Da er brav war, wurde seine Selbstbestimmung auf die untere Ebene verlagert, die Ausdruck seiner Aggressionen waren, Verkrampfungen, Verspannungen und selber Schmerzen ein Leben lang. Natürlich konnte er so nicht ein normalen Junge sein und zu einem normalen Mann werden, und die Sexualität war tabuisiert und ihm nicht möglich oder wurde entsprechend seiner Verinnerlichungen von ihm selbst bestraft.

Natürlich ist es im Patriarchat, Patriarchat deswegen, weil der Vater oder der Mann aus der Umklammerung mit der Mutter heraus führen kann und sozusagen die 3. Person darstellt, ein Hoffnungssymbol ist und damit zu unabhängigen, nicht von den Eltern und der Umgebung geprägtem Selbst- und Weltbild führt. Das Patriarchat führt an sich schon aus der Verschmelzung mit der Mutter heraus und insofern ein Fortschritt auf dem Wege zu einer Differenzierung. Gleichzeitig ist das wiederum eine biologische Spaltung des Menschen in Frau und Mann. Eva, die Urmutter, die zum Apfel verführt wird, ein erotisches Symbol, vom Teufel verführt, eine Metapher für das ewige Böse, das verbrecherische Trauma, dem Umstand Rechnung tragend, daß in der frühen Kindheit meist die Mütter als Gebärende für uns zuständig, am meisten prägend und vermeintlich schuld sind und im Falle einer traumatisierenden Erziehung ein Leben lang gefürchtet werden müssen. Im Mittelalter sind es die Hexen, die den Sinn und die Wahrnehmung eines Kindes verhexen. Deswegen sind in den meisten Kulturen die Frauen so sehr unterdrückt, weil sie in der frühen Kindheit am meisten um dass Kind herum, für es zuständig und am meisten prägend sind. Das kleine Kind hat ja noch nicht ein eigenes Weltbild und übernimmt sein eigenes grundlegendes Weltbild von der Mutter und erst in 2. Linie vom Vater.

Im griechischen Altertum werden die Erynnien, die Rachegöttinen, die bösen verfolgenden Mütter, in Eumeniden, die Wohlmeinenden, umbenannt, um die Mütter sich wohlgesonnen zu machen, weil die Macht der Mütter unbewußt wohl bekannt ist. In vielen Kulturen besteht ein regelrechter Mutterkult, z.B. im dritten Reich, und im Christentum eine Heiligenverehrung, der Jungfrau Maria, die bar jeglicher Sexualität ist.

Durch die Erbsünde, in der der Mensch gegen die Gebote und Verbote verstoßen muß über Generationen und Jahrhunderte hinweg, das das eigentliche Trauma darstellt, wird der traumatisierte Mensch schuldig, wird als schuldig geboren. Dieser Umstand, der Urschuld, schreit sozusagen nach einer Erlösung, um Trost, Schutz und Hoffnung zu vermitteln. Das muß jedoch durch einen Gott geschehen, vermittelt werden, weil die Erbsünde über Generationen hinweg so ungeheurlich groß ist, als Gegengewicht zu dem Gott, der uns in diese Preduille gebracht hat und in Personalunion der Teufel ist.

Die christliche Errungenschaft vor allen Kulturen, und was sie auszeichnet, soweit mir bekannt ist, ist die Dreifaltigkeit Gottes, des gestrengen Vaters, der das Trauma an uns übertragen hat, des Sohnes, der mithilfe des Heiligen Geistes die Kraft hat, eigene Entscheidungen zu treffen und das Trauma zu überwinden. Der Sohn ist der Erlöser mittels und kraft des Heiligen Geistes. Ein solcher Geist wird zum eigenen Gott erhoben. Dem Sohn wird durch Einsicht, Differenzierungsvermögen, Wertschätzung, Achtung oder Akzeptanz, die Fremd- und Selbstakzeptanz, die Liebe zwischen den Menschen vermittelt, eigentlich durch den Geist, der zu etwas Heiligen, zu einem Gott erhoben wird.

Für das kleine Kind sind die Eltern, Vater und Mutter, die Götter, gottähnliche Wesen, allein schon im Größenunterschied sichtbar. Wenn die Eltern nun traumatisiert sind, überall Schuld, Schande und Versagen sehen, und das über Generationen hinweg, und nach ihren Erfahrungen alles ihnen zur Verfügung stehende tun müssen, um das zu verhindern, gerät das Kind in eine mehrfache Zwickmühle. Einerseits glaubt es an die Inhalte, verinnerlicht diese, es hat ja noch kein eigenes Weltbild und sein eigenes Weltbild wird durch die Eltern geprägt, andererseits muß es dagegen verstoßen. Der Verstoß zeigt sich in Widerstand, Wut, in Trotz und Ungehorsam, und dafür wird es bestraft. Je nachdem wie früh die Inhalte auf es getroffen sind, sind sie ich-synton, mit dem eigen Selbst im Einklang, oder ich-dyston, mit dem eigenen Selbst nicht vereinbar.

Um den Strafen zu entgehen, neigt es zu Gehorsam, je drastischer diese sind, umso mehr. Dann wird der Trotz auf die untere Ebene verschoben und drückt sich in allerhand Symptomen aus wie z.B. der Bulimie, die der/die Trotzige erst in Form der Speisen herunter schluckt und dann auskotzt und damit dem eigenen Körper schadet, der Anorexie, der jungen Frau, die trotzig das Essen verweigert, Abführmittel nimmt und sich eventuell zu Tode hungert oder der Epilepsie, der Kranke, der sich in einem Wutanfall auf dem Boden wälzt (Grand mal) und dann Psychopharmaka nimmt, um weitere Anfälle zu verhindern und so normal zu sein. Der Trotz findet auf der automatischen Ebene statt, aber viele Eltern fassen den Trotz als absichtlich und gegen sie gerichtet auf und bestrafen umso heftiger und die Verinnerlichungen führen zu einer heftigen Selbstbestrafung.

Ich möchte dazu ein Beispiel von mir selbst erzählen, genau feststellend wie das in meinem Innenleben ablief. Eines Tages war meine Mutter zum Geburtstag und Kuchenessen auf ein Damenkränzchen nebenan eingeladen. Ich sah wie meine Kinder mit einem Stück Kuchen daher kamen, und bekam auch Appetit auf ein Stück Kuchen. Als ich auftauchte, rief meine Mutter mit befehlender, herrischer Stimme, „Bernd, du störst“! Daraufhin nahm ich bei mir in meinem Innenleben wahr, geeicht durch meine psychotherapeutische Fortbildung: 1. einen automatischen inneren Protest, 2. dann, ihr brav recht zu geben und 3. überlegte ich mir das Ganze in meinem inneren Auge und entschloß mich hinzugehen. Von wegen, ich störte, ich war höchst willkommen, es ergab sich sofort eine Flirtathmosphäre von seiten der alten Damen gegenüber dem jüngeren Mann, und sie gaben mir bereitwillig ein Stück Kuchen. Meine Mutter war halt immer der Meinung, ich störe, weil ich sie störte bei meiner Geburt, weil sie überhaupt nicht auf ein Kind eingestellt war, und das traditionell in ihrer Familie. Ihre Eltern waren sehr früh gestorben, sie war von zwei jungfräulichen Tanten erzogen worden und hatte ihr Leben vor der Heirat sozusagen als höhere Tochter mit Reisen und Bergtouren verbracht. Da störte ich mit meinen jüngeren Geschwistern. Was das für Selbstwertdefekte in mir hinterlassen hat, immer Störenfried zu sein, die ich erst durch gegenteilige Erfahrungen ab der Pubertät langsam in den Griff bekommen habe. Deswegen bin ich Psychotherapeut geworden. Jeder hat seine Vorgeschichte, und Psychotherapeuten sind auch nur Menschen, die in ihrem Beruf sozusagen unbewußt ihre eigene Psyche und ihren sozialen Hintergrund aufarbeiten möchten.

Andererseits, wenn das Kind von traumatisierten Eltern einen freien, selbstbestimmten Geist hat und es ihm gut geht, und die Eltern den nicht haben und leiden, wird automatisch bei ihnen Neid und Mißgunst erzeugt, das Kind hat es soviel besser als sie, entsprechend dem Gleichheitsgrundsatz, und sie werden das Kind demütigen und für diesen heißerwünschten Wunsch bestrafen. Das Kind wird sich den Neid fürchtend automatisch unterwerfen und sich selbst bestrafen, also eine Selbstdestruktion oder eine Autoaggression.

Aber ist die Welt durch das Christentum nur ein Stück besser geworden? Obwohl sie überall auf der Kanzel die Liebe predigen, sind ihre Taten ganz andere. Eine unablässige Tortur mit Kriegen, oft im Namen der Religion, sind über uns hinweg gezogen. Die Erbsünde hat sich wie ein Fluch fortgesetzt. Der unbewußte Widerstand und Trotz sogar von Obrigkeiten und Staaten gegen sämtliche Ideale hat Hochkonjunktur. Oft als Mechanismus und Automatismus ist die Solidarität außer Kraft gesetzt. Der Erlösungsmythos ist halt nur ein Mythos, an den aber als Tatsache im Christentum über Jahrhunderte vielfach geglaubt wird. An diesen Mythos als Realität nicht zu glauben, gilt in den Augen fundamentalistischer Christen als Frevel, der hart bestraft werden muß. Die Erbsünde läßt grüßen.

Dazu müssen wir uns noch einmal das Leben von Jesus Christus vor Augen führen. Seine Geburt war sehnlichst erwartet und fand unter ärmlichsten Umständen im Stall statt, natürlich umkränzt von den Heiligen 3 Königen, und wird jedes Jahr zu Weihnachten gefeiert. Im Erwachsenenleben zog er mit seinen Lehren der Liebe durch die Lande, vor allem in der Bergpredigt symbolisiert, aber gerade dadurch rief den Unwillen der Obrigkeit, der Eltern hervor, die in seiner Person eine Gefahr für ihre Herrschaft sahen, und wurde durch die Kreuzigung bestraft. Der Gottessohn kann aber nicht einfach so schmählich zugrunde gehen. Er muß weiter leben, und das geschieht in der Auferstehung, die zu Ostern jedes Jahr gefeiert wird. Der unbewußte Trotz und Widerstand durch den Geist steht sozusagen wieder auf, ist nicht umzubringen, und erfüllt dadurch die Erwartungen und Hoffnung der Menschheit.

Andererseits erwarten traumatisierte Eltern von ihren Kindern, daß sie diese Erbschaft durchbrechen, daß sie nicht gehorsam sind, daß sie einen freien Geist haben und Widerstand bieten, mit dem die Eltern sich identifizieren können, entgegen ihrer offiziellen Botschaft, gehorsam und brav zu sein, ansonsten bestraft zu werden. Dann sind die Eltern erlöst und stolz auf ihre Kinder. Da kommen die Kinder in einen Zwiespalt, der sichtbaren Botschaft gehorsam zu sein und das mit Schlägen vermittelt zu bekommen, und der Unsichtbaren, verdeckten Botschaft, ihren eigenen Eltern Widerstand zu leisten und den Weg zu innerer Distanz, Einsicht und Differenzierung zu gehen..

In jedem Kind und vor allem im Sohn wird von traumatisierten Eltern ein Erlöser unbewußt erwartet, eine Ambivalenz, einerseits gehorsam zu sein, andererseits durch einen neuen Geist zu widersprechen. Dazu verhilft es uns immer wieder, uns Jesus Christus, den Sohn Gottes, den Erlöser, vor Augen zu führen.

In der Bibel ist sozusagen ein einzigartiges, in sich verwobenes Kompendium, einer Erzählung, die die Wege der traumatisierten Familie und seinen Aufspaltungen und Verstrickungen in einem Gleichnis, einer Allegorie darstellt, um uns das alles vor Augen zu führen. Zusammengefaßt stellt sie dar: Das verleugnete Dunkle, das Böse, der Teufel, die generationsübergreifende Erfahrung, das unter allen Umständen verhindert werden muß. Das Böse, die traumatische Erfahrung wird zuallererst verleugnet, um überleben zu können. Die Alltäglichkeiten, die hochstilisiert werden und zu ungeheuren Verbrechen und Untaten erklärt werden. Der Widerstand, Protest und Trotz, der geradezu zur Erhaltung der in den Genen verwurzelten Selbstbestimmung provoziert wird, und die Urschuld, die über alle Generationen in der Erbsünde symbolisiert ist, so daß die gesamte Menschheit auf die Erlösung harrt. Diese findet in der Dreifaltigkeit Gottes, durch den Sohn Gottes und den freien und innovativen Heiligen Geist statt. Daß die alten Mechanismen noch wirksam sind, die Obrigkeit hat das Sagen, ansonsten wird ein jeder, der dagegen opponiert, mit dem Tode bestraft, kommt in der Kreuzigung zum Ausdruck, und daß der Geist im Sohn wieder aufersteht und Hoffnung in ansonstiger Hoffnungslosigkeit vermittelt. Aufgrund der alten Automatismen und Mechanismen ist die Welt kein bißchen besser geworden. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, wie in der Kirche von der Kanzel gepredigt wird.

Ich hoffe, daß sie durch dieses einzigartige Dokument und durch das Lesen der Hintergründe ein bißchen zum Nachdenken angeregt werden.